Making Monster

Emily
Der Würfelzuckerdieb von Berkhamsted ist endlich gefasst!

Herzallerliebste Brunhilde,

und wieder ist ein sehr schöner langer Tag fast vorbei … als Julia mich vor sieben Uhr wecken kam, meinte sie nur „Emily is grumpy“. Zum Glück war es nicht so schlimm. Bei Sonnenschein und angenehme 22 Grad ging es nach dem Frühstück zum „Making Monster“ in’s Make Believe Café. Nach einer Stunde Malen verlegten wir dann auf den Spielplatz in den Kanalauen und anschließend auf die Skateboard Bahn. Nachdem sich die Kinder ausgetobt haben, ging’s weiter zum Italiener in die Eisdiele. Diesmal genehmigte sich Opa auch zwei Kugeln Eis. Nach einem kurzen Boxenstopp bei Daddy zu Hause ging es zur Gymnastik, besser gesagt, zum Toben in der Turnhalle. Im Gegensatz zu gestern war heute fast Nichts los und so gingen auch wir nach einer Stunde wieder. Danach sahen sich die Mädels ein Märchen an.

Den Gesichtern nach geurteilt hat Opa alles richtig gemacht.

Dein Dich liebender Josef

 

Emily

Emily in Ketten

Emily macht Blödsinn

Julia

Julia und Emily
Diese Geste hat Julia von Opa übernommen.
Werbeanzeigen

Bruder Jacob

Herzallerliebste Brunhilde,

heute haben die Mädels zwei Kerzen für Dich und zwei für ihre toten Kaninchen angezündet. Danach hat Julia wieder aus der Bibel vorgelesen und beide haben wunderschön gesungen. Die Melodie von ‚Bruder Jacob‘ ging mir so unter die Haut, dass meine Augen nicht trocken blieben.

Dein Dich liebender Josef

PS: „Pravá láska je stav, ve kterém člověk cítí osudovou potřebu být neustále s milovanou bytostí.“ – Karel Čapek

(Die wahre Liebe ist ein Zustand, in dem ein Mensch die schicksalhafte Notwendigkeit spürt, ständig mit dem geliebten Wesen zusammen zu sein.)

Julia und Emily, Eis zum zweiten Frühstück
Julia und Emily, zweites Frühstück

 

Samstag

Herzallerliebste Brunhilde,

der heutige Tag war ein ganz normaler Samstag voller Arbeit  in und um den Haushalt. Durch die häufigen mehr oder weniger heftigen Regenschauer hat es sich stark abgekühlt. Der Wind treibt herrliche Wolkenbilder über den Himmel.  Die Mittagszeit verbrachten wir in der Fußgängerzone von Hemel Hempstead, wo die Kinder auf ihre Kosten kamen: Trampolinspringen, magischer Brunnen, riesiger Sandkasten und vor allem verschiedenes zum Essen und Naschen. Nach dem Klavierunterricht am Nachmittag waren die Mädels dann ganz schön fertig. Jetzt schlafen sie fest im Zelt im Garten.

Dein Dich liebender Josef

 

Jumily

33 °C

Liebe Brunhilde,

und wieder ist ein schöner Tag, den ich nicht missen möchte, vorbei. Emily ist zwar mit dem linken Bein zuerst aufgestanden, Yvonne war froh, dass sie zur Arbeit musste, das hat sich auf dem Weg nach Berkhamsted aber gelegt. Zuerst waren wir im Kinder-Kaffee, da durften die beiden ihre Muffins selbst dekorieren. Es folgten Sandkastenspiele. Weiter ging es dann auf diverse Spielplätze, so dass wir erst gegen ein Uhr zu Hause waren. Große Freude war angesagt, denn Daddy war von einer Dienstreise nach Finnland zurück. Nach einer kleinen Stärkung ging es in’s Schwimmbad. Zwei Stunden intensives Planschen waren angesagt. Im Schatten waren es inzwischen 33 Grad, zum glück handelte es sich um eine trockene Hitze. Nach dem Abendessen saßen wir dann noch lange auf der Terrasse und gestalteten Berko-Rocks, bemalten Steine zum verstecken mit bunten Motiven. Wir wünschen uns so sehr, Du könntest bei uns sein! Du fehlst uns sehr, Brunhilde! Wir haben Dich doch so lieb!

Dein Dich liebender Josef

PS: Zuerst rief am Morgen der HKP Dienst an, dann Gerhard H.. Vater musste wegen Kreislaufproblemen in’s Krankenhaus. Was mit Mutter?

Jumily Roller

Trauer

Herzallerliebste Brunhilde,

es ist der erste Sommer ohne Dich, ein Sommer, der es verdient Sommer genannt zu werden. Der Frühling davor war warm und regenreich. Die Klematis haben wunderschön geblüht. Seit dem Siebenschläfertag, meinem Geburtstag, steigt die Temperatur kontinuierlich an und die fünfunddreißig Grad Grenze ist in Geilenkirchen erreicht. In Berkhamsted sind es knapp dreißig Grad. Seit dem ersten Juni Drittel hat es nicht mehr geregnet. Die Natur vertrocknet und die Brandgefahr ist sehr hoch.

Es kann um mich herum noch so schön sein, ich bin trotzdem sehr traurig, und je mehr Schönes ich sehe oder erlebe, um so trauriger werde ich. Nichts kann mich aufmuntern. Selbst die Enkelkinder schaffen es diesmal nicht. Im Gegenteil, wenn ich sie mir so anschaue, muss ich an Deine Worte drei Tage vor dem Tod denken, ‚ich soll statt Deiner für die Kinder da sein wenn Du stirbst‘. Es war übrigens das erste mal während Deiner Leidenszeit, dass Du vom Tod gesprochen hast. Auch die vielen jungen Wasservögel auf dem Kanal lassen mich bei Anblick ihres Treibens traurig werden. Hast Du es doch so geliebt, diese kleinen Kobolde bei ihrem Treiben zu beobachten.

Die Vorbereitungen für meine nächste Kolumbienreise können mich nur kurz mein Elend vergessen lassen.  Ist doch der Preis dafür zu hoch. Als wir uns vor siebzehn Jahren näherkamen, stand ich vor der Entscheidung für Dich oder mein geliebtes Kolumbien. Ich bin froh, mich für Dich entschieden zu haben, den Du hast mir eine wunderbare konfliktlose Zeit der Zweisamkeit, während der wir viel gereist sind, geschenkt, an die ich mich immer erinnern werde und für die ich Dir so unendlich dankbar bin.  Von Kolumbien habe ich mit der Gewissheit geträumt, da nie wieder hinzukommen, es war trotzdem schön.  Und jetzt, wo ich an eine Reise dorthin denken kann, zieht mich nichts mehr hin. Dein Tod hat mir die Motivation für alles, selbst für mein so geliebtes Kolumbien genommen. Egal, was ich mache, es ist immer ein schwerer Angang. Der Weg zurück in’s Leben ist steiniger, als ich anfangs dachte.

Nicht traurig sein, wie Du es Dir gewünscht hast, kann ich nicht. Diesen Wunsch vom Sterbebett kann ich Dir, so leid es mir tut, nicht erfüllen. Im Gegenteil, immer wenn ich daran denke, bin ich ganz unten und in mir schnürt sich alles zusammen. Du fehlst mir so sehr.

Dein Dich liebender Josef

 

Tagesopa

Berkhamsted, police station
Hätten wir einen Hut aufgestellt, wären wir jetzt reich … Julia zeigt ihre akrobatischen Künste in der High Street von Berkhamsted.

Herzallerliebste Brunhilde,

den ersten Tag als Tagesopa habe ich so gut wie überstanden. Ich muss zugeben, dass ich zuerst Lampenfieber hatte. Der Tag hat sich aber gut entwickelt.

Daddy und Mummy sind früh aus dem Haus, die Mädels kamen mich um sieben wecken. Julia bereitete das Frühstück für sich und Emily vor, ich für mich. Die Kinder frühstückten dann im Garten im Zelt, das Neil zum lüften aufgestellt hatte. Das Zelt war dann auch die Spielstube für den Vormittag und wurde mit allerhand gerade brauchbarem gefüllt.

Gegen Zehn ging es dann über die Spielplätze von Berkhamsted. Ab zwei Uhr kühlten wir uns dann im örtlichen Hallenbad ab.

In der Kirche eine Kerze für Dich anzünden waren wir auch … eine Kerze von Emily und eine von Julia ,,, und auf Emilys Wunsch eine Kerze extra von beiden Mädels zusammen.

Ich denke, es war für alle ein gelungener Einstand.

Dein Dich liebender Josef

PS: Das Foto im Titel entstand nach der erfolgreichen Überquerung des Grand Union Kanals über die handbetriebenen Tore einer Schleuse.

Julia