Hochzeitstag

Herzallerliebste Brunhilde,

ein sch… Tag ist das für mich so für immer ohne Dich. So haben wir uns den gemeinsamen Lebensabend nicht vorgestellt, als wir uns vor sechzehn Jahren das Ja-Wort gaben. Das der Tod uns so früh scheidet, konnten wir damals nicht ahnen. Gemeinsam haben wir rasch meine Alkoholsucht besiegt und Du hast von einem Tag auf den anderen das Rauchen aufgegeben. Das waren mitunter unsere größten Erfolge. So richtig in Fahrt gekommen sind wir nachdem Du aufgehört hast zu arbeiten. Du als Rentnerin und ich als Pensionär, uns gehörte die Welt.

Die beiden Fotos von Julia entstanden gestern in einer Pizzeria hier in Berkhamsted. Schaut sie nicht schick aus?

Dein Dich liebender Josef

Die schöne Pizzabäckerin
Die schöne Pizzabäckerin
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Brief an Brunhilde

Geliebte Brunhilde, Du erinnerst Dich an Deinen ersten Versuch ein Kamel zu besteigen? Du bist dabei im Sand gelandet, weil der Kameltreiber die Sache nicht im Griff hatte und Dein Tier sich zu früh erhob. Viele der umstehenden Zuschauer aus der Reisegruppe trauten sich danach nicht mehr und sind lieber auf eine Kutsche umgestiegen. Du wolltest es aber wissen und so ging es dann doch auf einem Wüstenschiff  in die Sahara. Das obige Foto entstand während eines späteren Ausflugs in eine Oase nahe Hurghada. Da sind wir schon, wie man sieht, erfahrene, zu Kunststücken aufgelegte Kamelreiter.

Wenn ich mich an mit Dir erlebtes Schönes erinnere, muss ich weinen, wenn ich weine, fühle ich mich Dir so nach, und das ist schön. Und wir haben nur Schönes erlebt!

Dein Josef

PS: Heute habe ich einen Ruhetag eingelegt, die Beine tun weh. Nachdem ich die Mädels in der Schule ablieferte, ging’s nur einmal kurz zum Kanal und danach über die Wiese hoch. Jetzt lese ich.

Berkhamsted Mitte und West
Berkhamsted Mitte und West

 

Impressionen aus dem Valle Catamayo, Süd-Ecuador

Impressionen aus dem ecuadorianischen Valle Catamayo

Venezuela

 

Von der karibischen Isla Margarita auf die Höhen der Anden – Wanderungen zwischen 0 und 4.765 m über dem Meeresspiegel

von Josef Alfred Wanie

Der Linienflug von Frankfurt am Main nach Caracas verspätet sich wegen dem Streik französischen Fluglotsen um drei Stunden. Als wir dann xx  Stunden später auf dem Aeropuerto Internacional Simón Bolívar in Maiquetía landen, ist es bereits dunkel und alle Anschlußflüge sind weg.

Auch alle offiziellen Taxis sind unterwegs und so lassen wir uns von einem netten Herren zum großen Parkplatz vor dem Flughafengebäude lotsen, wo sein Partnerr in einem alten Straßenkreuzer wartet. Die Verständigung ist nicht einfach, denn mein Spanisch ist noch schwach – auch die beiden Herren sind nicht besonders ortskundig und so einigen wir uns, dass wir zum SHERATON Hotel im zwanzig Kilometer entfernten Macuto gebracht werden.

Die schmalen menschenleeren Straßen sind fast menschenleer … sind wir Räubern auf den Leim gegangen, die zu den ausgehandelten dreihundert Pesos alle unsere Wertsachen haben wollen? … noch vor Mitternacht kommen wir dann nach einer Irrfahrt durch den Litoral zu unserer und der unserer Fahrer am Hotel an … einhundert Dollar kostet das Doppelzimmer im SHERATON Macuto, das ist uns heute aber egal, wir sind müde und überglücklich, die leckeren gute Nacht Polar Biere schmecken besonders gut …

Die Nacht wird kurz … denn der uns erwartende Blick aus dem Zimmerfenster auf den Küstenstreifen mit der mächtigen, fast dreitausend Meter hohen waldbewachsenen Bergkette dahinter ist überwältigend … Frühstück – mit einem diesmal legalem Taxi zurück zum Flughafen und weiter geht es via Maturín nach Porlamar auf der zu Venezuela gehörenden Isla Margarita.

In einem Taxi „fliegen“ wir über die Insel durch Alleen alter Albicia lebbeck (L.) Benth, deren gerade reifen riesigen goldgelben Früchte im Wind so charakteristisch rascheln. Gelegentlich sieht man herrliche leuchtend rot-orange blühenden Delonix regia (Bojer) Raf..

Helga, eine deutsche Aussteigerin aus Hamburg, die ihre kleine Pension in El Tirano / Puerto Fermín betreibt, ist bei unserer Ankunft unterwegs. Auf Anraten der sich am Pool sonnenden Gäste stellen wir die Koffer im Büro ab und beginnen mit der Erkundung …

Der erste Gang führt zum nahe gelegenen Friedhof, den Plumeria alba L. ganz in weiß hüllen. Auf den felsigen Hügeln am Strand präsentieren sich die ersten Melokakteen, Cereen und Opuntien …

Abendessen, leckeren Fisch mit gutem Wein, gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pension.

Unser Zimmer im ersten Stock ist bis auf die fehlende Klimaanlage, ein großer Ventilator an der Decke soll für Abkühlung sorgen, ok. Als Present steht eine Literflasche einheimischen Rum zum Mixen auf dem Tisch.

Die Geschichte der Insel ist eng verbunden mit der Geschichte Venezuelas, mit der kolonisierung des südamerikanischen Kontinents wie mit dem Befreiungskampf der Kreolen gegen die Herrschaft der spanischen Krone.

Am 15. August 1498 entdeckte Cristoph Columbus die Insel Paraguachoa guacherí die er vermutlich nach seiner Mutter Margarita nannte. Bereits ein Jahr später gründete man auf der Nachbarinsel Cubagua Nueva Cádiz, die erste spanische Gemeinde auf dem südamerikanischen Kontinent. Interessant für die neuen Herren waren die Perlen, die die Ureinwohner in den Gewässern um die Insel fischten.

Am 7. Mai 1816 landete mit einer Handvoll ihm ergebenerder der große südamerikanische Revolutionär Simón Bolívar auf Margarita, der bisher im Exit auf Haiti lebte. In Villa del Norte, heute Santa Ana, proklamierte er die Dritte Republik und wurde zum Führer des Revolutionsheeres proklamiert.

Den Bundesstaat Nueva Esparta bilden drei nicht ganz 40 km nördlich der Ostküste Venezuelas gelegene Inseln, von denen Isla Margarita mit 934 qkm die größte ist (Cubagua 17 qkm und Coche 56 qkm). Die Insel bilden zwei selbständige Teile, die durch einen schmalen Streifen verbunden sind. Die größte ost-west Enntfernung beträgt rund 70 km, nord-süd sind es nur 33 km.

Topographisch teilen wir die Insel ein in:

Den Ostteil dominiert der sich von Nord nach Süd ziehende Cerro Copey, den mehrere 500 bis 910 m hohe Gipfel bilden. In diesem Massiv liegt die höchste Erhebung der Insel, der Cerro Grande. Abgetrennt mit einem breiten grünen Tal mit der Hauptstadt  Asunción im Süden und Manzanillo im Norden, liegt der Cerro Matasiete (660 m) und Cerro Guayamuri (472 m).

Den Westteil der Insel, Macanao, dominiert der bis 760 m hohe Cerro Macanao Die Berghänge sind hier meist steil, bis 45 Grad und reichen bis zum Meer.

Zwischen beiden Landsrichen liegt eine Ebene, in der die beiden großen Lagunen La Restinga und Las Marites mit ihrem typischen Mangrovenbewuchs (Rhicophora spec.) liegen. Neben Lagunen, Dünen, Salinen und langer Strände entlang der Küste ist die Ebene mit Litoral bewachsen, in dem im xerophytischen Bewuchs Kakteen üerwiegen. Im Westen unterbechen die Ebene zwei kleinere etwa 100 m hohe hügel, die als „Tetas de María Guevara“ bekannt sind.

Für die Nordostküste sind Salinen, lange und schöne Strände und kleinere Lagunen charakteristisch.

Die Nordküse ist ebenfalls durch Strände charakteristisch, die von bis zum Meer reichenden Berghängen oder Felsen unterbrochen werden. Ganz im Norden, zwischen Altagracía und Manzanillo dominiert Steilküste mit kleineren versteckten Buchten und Stränden.

Die Winde zusammen mit der Oberflächenbeschaffenheit der Insel sind die beiden Gründe für den meist wolkenlos blauen Himmel. Durchschnittlich scheint die Sonne zehn Stunden täglich. Durchschnittlich ist es übers Jahr 28 Grad warm bei 88prozentiger Luftfeuchtigkeit. Das Klima ist arid bis semiarid.  Ein Jahr regnet es ausreichend, ein anderes Jahr herrscht Wassermangel in der Natur. Im bergigen Ostteil der Insel regnet es am meisten von November bis Januar, die zweite Regenzeit ist von Juni bis August. In den anderen Teilen liegt die Hauptregenzeit Juni bis August und November bis Januar. Auf Macanao regnet es am meisten im August.

Wassermangel ist für die ganze Insel charakteristisch. Die Fluß- und Bachbetten in den Berghängen sind außer während der Regenzeit ausgetrocknent. Nur die drei größten Flüsse mit ihren Quellen in den Hängen des Cerro Copey führen das ganze Jahr über Wasser. Trinkwasser wird durch eine unter dem Meer verlaufende Pipeline vom Festland rübergepumpt.

Auf Isla Margarita wachsen nach Hoyos-Foldats folgende Cactaceae: Acanthocereus tetragonus (L.) Hummelinck, Cereus hexagonus (L.) Miller, Epiphyllum oxypetalum (DC.) Haworth, Mammillaria simplex Haworth, Melocactus caesius Wendland, Melocactus lobelii Suringar, Nopalea cochenillifera (L.) Salm-Dyck, Opuntia boldinghii Britton & Rose, Opuntia caracasana Salm-Dyck, Opuntia caribea Britton & Rose, Opuntia dillenii (Ker-Gawler) Haworth, Opuntia elatior Miller, Opuntia ficus-indica (L.) Miller, Opuntia schumannii Weber, Opuntia wentiana Britton & Rose, Pereskia bleo (H.B.K.) DC., Pereskia grandifolia Haworth, Pereskia guamacho Weber, Pilosocereus lanuginosus (L.) Byles & Rowley, Pilosocereus moritzianus (Otto) Byles & Rowley, Rhipsalis baccifera (J. M. Mill.) Stearn, Ritterocereus griseus (Haworth) Backeberg, Subpilocereus repandus (L.) Backeberg, Subpilocereus margaritensis (Johnston) Back..

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Malé Benátky se zdají většině milovníkům sukulentů zcela neoprávněně méně zajímavé, což se autor čtenářům pokusí dokázat. Bylo jednoduché začít s xerofitickou vegetací karibské Isla Margarita, kde roste dvacetčtyři druhů kaktusů (Hoyos-Foldats, 1985)

Rok po objevení země Krištofem Kolumbem1499 spatřili Alonso de Ojeda se svým společníkem Amerigo Vespuccim 1499 u Maracaiba osadu indiánů na pilotech upomínající objevitele na Benátky, Columbův název pozměnili a zem pojmenovaly Venezuela, což znamená ‚Malé Benátky‘.

Po vzletu v Porlamar náš malý turbovrtulový letoun třesouc se jako v křečích kříži rozsáhlou tropickou bouřku. Olověněšedá obloha je částečně nažloutlá, déšť bičuje zmítající se letoun, kolem se do nebe tyčící pro karibskou oblast typické věže hustých bílých mraků svítí jako lampióny vně se vybýjejícimi blesky – na přistání pak už zase září slunce.

pod siluetou v Pico Naiguatá až 2 765 m vysokého hřbetu Cordillera Costal dělící pobřežní pásmo (Litoral) od hlavního města Caracas ležícího na nadmořské výšce mezi 760 až920 m.

Cordillera Costal1 dělící hlavní město od moře přesahuje ve svých nejmohutnějších masivech El Avila, Naiguatá a La Silla tři tisíce metrů. Caracas leží v rozlehlém údolí na 900 m nadmořské výšky obklopené členitými řetězy hor necelou hodinu cesty autobusem krkolomnými komunikacemi z pobřežních teras zvaných litoral2 kde leží na nejširším místě nově vybudované letiště Aeropuerto Šimon Bolívar3 Maiquetía a přístav La Guaira se svým historickým jádrem.

Podél pobřeží mezi Chichiviriche a Los Caracas moře oplývá významná letoviska Macuto, Caraballeda a Naiguatá s plážemi a hotelovými komplexy. Uzoučký pruh pobřežních teras je pokryt xerofitickou vegetací. V houštinách jsou nápadné kandelábry cereusů. Všudepřítomné jsou Melocactus caesius Wendl. a Mammillaria spez. pravděpodobně Mammillaria simplexHaw.. Ve vyšších polohách svahů hor (900 – 1.600 m) rostou: Cereus hexagonus (L.) Mill., Epiphyllum phyllanthus (L.) Haw., Pereskia aculeata Mil., Rhipsalis cassutha Gaertn., Selenicereus inermis (Otto) Br. & Rose a Wittia amazonica K. Schum.. Z echevérií je zastoupen druh bicolor.

Ve svazích z hor kolmo k moři padajících údolí řek a potoků uvedené druhy rostou poměrně dostupně. Ideálním místem k pozorování je letovisko Los Caracas, kde bujná svěží zeleň končí na pláži. Selenicereus inermis (Otto) Br. & Rose zde padá v hustých závojích z korun stromů a roste popínavě po keřích a palmách.

Rád ale letím dál do klimaticky přijemnějších And. Sedět o půlnoci na terase restaurace nad vlnami moře při 28 °C u dobře vychlazeného piva je sice příjemné, putovat při nad 40 °C ve stínu přes den je ale krajně namáhavé.

Krajiňe a hlavně co se týče květeny je obzvláště zajímavý venezuelský výbežek And v západní části země. Na území spolkových zemích Trujillo, Mérida a Táchira ležící řetěz velehor patři k nejpřitažlivějším a nejrůznorodějším částem Venezuely. Srdcem regiónu a východiskem všech putování je hlavní město stejnojmenné spolkové země Merida ležící na dlouze protáhlé terase údolí Río Chama a Río Albarregas pod vrchy Pico Bolívar 5.007 m, Pico Humboldt 4.942 m a Pico Bonpland 4.883 m4 uprostřed národního parku Sierra Nevada5.

Z města Merida ve španělské Extremadura pocházel kapitán Rodríguez Xuarez (Juarez), zakladatel města Merida ve Venezuelském výběžku And. Jsem si jist, že byl přijemně překvapen po opuštění rodného města najít v Americe krajinu silně se podobající té svého dětství. Na terase Tatuy na 1.625 m n. m., obklopené mohutnými řetězy hor a řekami Albarregas a Chama, založil 9. října 1558 město Merida.

Z dvaceti popsaných mikroklimatů světa jich ve státě Merida potkáme osmnáct. Z nekonečných llanos kolem jezera Maracaibo (El Vigía, 130 m n. m.) stoupáme na vzdálenosti stopadesát kilometrů na vrcholy venezuelských And. Svými 5.007 m n. m. nejvyšší Pico Bolívar je pokryt věčným ledovcem.

Navštívit Merida pro mne znamená putovat nedozírnými vysokohorskými paramo, mlžným lesem, jako i aridními oblastmi údolí řek a plážemi jezera Maracaibo. Znamená to téže hledat oddych kolem malebných jezer, na ledovcích velehor nebo podél nesčetných řek, které protékají údolími a terasami.

Přímý let není kvůli rekonstrukci dráhy v Mérida možný a tak bereme jako cíl El Vigía6 město ležící na nadmořské výšce 130 m na kraji llanos7 necelých padesát kilometrů od ústí Río Chama do Lago Maracaibo. Kvůli nízkovisícím mrakům a průtrži mračen B-727 nemůže hned přistát a tak točíme několik kol nad llanos a Lago Maracaibo. Dírami v mracích pozorujeme obrovská stáda skotu se svým doprovoden bílých KUHREIHER, ojediněle se z bažinatých pastvin tyčí mohutné stromy. Stotřicet kilometrů do v horách ležícího cíle nás veze taxík nejdříve bujnými galeriovým pralesem a na posledních kilometrech lysími svahy údolí Río Chama se zřídka se vyskytující nízkou xerofitickou vegetací.

Senzací je zde v padesátých letech vytvořený komplex čtyř lanovek vedoucí z ve středu Merida ležící stanice Barinitas (1.577 m), via Montana (2.442 m), via La Aguada (3.452 m), via Loma Redonda (4.045 m) do konečné stanice Pico Espejo na 4.765 m. Výstup trvá 45 minut.

Během výstupu protínáme nejrůznější vegetační zóny. Nejdříve se vznášíme nad vlhkou bujnou tropickou vegetací s planážemi banánovníků, pak nad výše ležícími vlhkými mlžnými lesy až se pak pod námi ve výšse 3.400 m otevírá tak fascinující páramo.

Stanice Loma Redonda leží uprostřed páramo s typickými růžicemi frailejones nad ve slunci se třpytícími jezery Los Anteojos. Podél stezky pro muly do pěšky pět hodin vzdálené čtyřista let staré indiánské obce Los Nevados objevujeme ve skalách dle poukazu v odborné literatuře (Uhl, 1992)B na 4 100 m n. m. poměrně velký výskyt Echeveria spec. „Pico Espejo“8. Rostliny zde musí přežít nepokryté sněhem i citelné mrazy. Přes Los Nevados se dá projít po dalších sedmi hodinách do co se týče kaususů a echeverií zajímavé horské obce El Morro 1 800 m n. m. (Wanie, 1996)C.

Kdo navštíví Merida, nevynechá malebnou ve stilu počátku století rekonstruovanou typickou obec Jají, ležící 1 791 m n. m. uprostřed zvlněné úrodné krajiny. Zde někde objevil před lety Charles Uhl mezitím platně popsanou Echeveria pendulosa Kimnach & Uhl (Kimnach and Uhl, 1992).

Literaturverzeichnis:

Hoyos-Foldats, Jesus: Flora de la Isla Margarita, Venezuela, Sociedad y Fundacion La Salle de Ciencias Naturales, Monografia No 34, Caracas – Venezuela 1985

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La Guardia – Restinga – Tetas de Maria Guevara – La Isleta

La Guardia, mala typicka obec v horke vyprahle rovine na vychodnim konci Laguna La Restinga. Xerofiticke houstiny akacii, sloupovitych cereusu, melokaktusy a opuncie davaji krajine charakteristicky vzhled.

Zde v dennim zaru slunce ve vyprahle pude casto beze stinu rostouci melokaktusy maji charakteristicky vzhled. Vzrostle exemplare jsou napadne mensi, nez rostliny z jinych casti ostrova, kde vice prsi, otrneni je hustsi a temnejsi. Vetsina rostlin ma trny cernohnede az cerne. Cefalia dorustaji normalnich v literature udanych rozmeru. Prave zde je velmi obtizne, rozlisovat charakteristicke znaky Melokaktus caesius Wendland a Melokaktus lobelii Suringar.

V teto casti ostrova jsou napadne zive ploty z Ritterocereus griseus Backeberg kolem pozemku. Nenechavam ujit pestry a rusny rybi trh, konajici se behem rannich hodin.

Samy vychodni cip Laguna La Restinga, sahajici az k obci La Guardia, je po vetsinu roku vyschly. Ze dna se tyci mensi ploche ostruvky a porezni derave balvany, na kterych se usidlily ruzne kaktusy.

Na ostruvcich se bujna vegetace sklada prevazne z normalne urostlych cereusu, opuncii a melokaktusu. Ve sterbinach a dirach poreznich balvanu nachazi utociste Melocactus caesius Wendland. Rostliny zde dorustaji vetsinou normalnich rozmeru. Jsou mezi nimi ale i miniformy. Tak muzeme neleznout dospele Melocactus caesius Wendland o rozmerech: … v plnem kvetu. I zde je otrneni kvuli celodennimu zaru slunce a chybejicimu stinu hustsi. Velka cast rostlin ma i zde habitus s temnym otrnenim.

Obec Las Gomez lezi v pasu xerofiticke vegetace La Restinga. Typicke, nizke pestre natrene chalupy lemuji prasnou silnici. Mala vyprahla pole za domky jsou obehnana ploty z Ritterocereus griseus Backeberg, aby tak chranil skromnou urodu pred hladovymi stady mlsnych koz. Ojedinele v zahradach stoji obrovske, az osm metru vysoke kandelabry Ritterocereus griseus Backeberg. Perfektni jsou ploty z keriku Opuntia caribaea Britton & Rose. Vubec me neprekvapilo najit v jejim stinu az nekolik ctverecnych metru velke polstare Stapelia grandiflora …, ktera se tu citi jako doma v Africe a bohate kvete. V rovine neni videt na lagunu. Jen v dalce se zveda zelena stena mangrov. Clovek ale citi blizkost more a v klidu prirody vitr daleko do nitra ostrova zanasi uklidnujici sum vln.

Las Tetas de Maria Guevara se nazyvaji dva necelych sto metru vysoke pahorky v rovine mezi Laguna La Restinga a Laguna de Reyes. Oba jsou zarostle xerofity. Skaly na vrchu mensiho z nich slouzi supum jako rozhledna a chrestysum jako utociste. Trnity porost na upati je husty, ke kopci lze proniknout jen hluboko do terenu zariznutym korytem potoka.

Zde rostouci melokaktusy jsou pomerne male a kompaktni. Zajimave je, ze u velke casti populace Melocactus caesius Wendland je otrneni tmave hnede az cerne hnede. Trny jsou casto pri normalni, z popisu zname delce, jemnejsi. Presto, ze se jedna o velmi suchou cast ostrova, kde sotva zaprsi a na rostliny, ktere tu ve svahu rostou beze stinu, cely den pali slunce, tvori populace huste komberce ve kterych lze pozorovat hojne semenacku nejruznejsiho stari. Jinak pri vystupu ojedinele potkavam Ritterocereus griseus Backeberg a Opuntia wentiana Britton & Rose. Rozhled ze skaly na samem vrchu je jedinecny, rovina, kterez hranice tvori laguny a masivy az 900 m vysokych hor. Na severnim horizontu se v dali rysuji vrchy kontinentu – poloostrova De Araya a v mori ostrovy Cubagua a Coche..

Laguna La Restinga je kolem dvaceti kilometru dlouha a az 4 km siroka. Nescetne ostruvky a brehy jsou zarostle az 8 m vysokym hustym manglarem (Mangle rojo / Rhizophora mangle L.). Kolem 300 m siroka plocha hraz deli po cele delce lagunu od more; na ni lezi k otevrenemu mori Playa La Restinga.

Po objizdce motorovou lodkou uzkymi kanaly laguny, v manglaru se pestuji ustrice, se nechavam prevezt na Playa La Restinga. V pisku tu rostou az k mori divoce a huste otrneni obri rodu melokaktus. Je napadne, ze se jedna skoro vyhradne o Melocactus lobelii Suringar. (Popis obra)

Za zmineni stoji kaktusova, pro rovinu typicka vegetace v okoli rybarske osady La Isleta, ktera lezi na jihu ostrova nedaleko letiste na Laguna Las Marites. Hustou, jen po uzkych pesinkach proniknutelnou vegetaci tvori akacie, Ritterocereus griseus Backeberg, Cereus hexagonus (L.) Miller, Opuntia wentiana Britton & Rose, Opuntia caribaea Britton & Rose a zase tiside exemplaru obou druhu melokaktusu, jako i druh agave.

Pampatar – Playa Guacuco – Puerto Fermín – Cabo Negro – Manzanillo

Malebne mestecko Pampatar se svym Castillo de San Carlos Borromeo, lezi na samem jihovychode ostrova v male zatoce. Nejvychodnejsi cip ostrova tvori necelych sto metru vysoky tahly hrbet porostly xerofitickou vegetaci, prevazne kaktusy. Uzky pruh Playa Pampatar lezi pod stinnymi kokosovymi palmami. Presto, ze je zde more silne znecistene odpadovymi vodami velkomesta Porlamar, je zde o vykendech a svatcich velmi rusno. Turista sem nezabloudi, a prave zde je ostrov nejtypictejsi; male restaurace a jidelny s typickymi pokrmy, folklor a stanky s osvezenim a zakusky. V zatoce kotvi tucty pestrych rybarskych clunu. Na jinem miste v male lodenici stavi a opravuji rybarske cluny, pred kulnou sedi stary rybar a opravuje sit.

Hrbet Punta Belena je porostly vyhradne kaktusy a nizkymi keriky. Typicke jsou Ritterocereus griseus (Haw.) Backeberg, Opuntia wentiana Britton & Rose, Melocactus caesius Wendland a Melocactus lobelii Suringar. Rostliny jsou zde zdrave urostle typickeho vzhledu. Nektere melokaktusy jsou pravy obri.

Severnim smerem lze prehlednou cele pobrezi az po Cabo Negro, nejsevernejsi cip ostrova a cil putovani. Nekde uprostred lezi Playa Guacuco, nad kterou se tyci Cerro Matasiete a Cerro Guayamuri, kterych bohatou xerofitickou vegetaci zarostle svahy sahaji az k mori. Jen vrchy, ktere jsou casto zahaleny do mracen, jsou pokryte hustym tropickym lesem.

Z Playa Guacuco vede silnice pres sedlo (Portachuelo) mezi Cerro Matasiete a Cerro Guayamuri do vnitrozemi. Zde nahore a dal na pastvinach smerem na obec Paraguachi rostou vedle Melocactus caesius Wendland Acanthocereus pentagonus (L.) Hummelinck, Cereus hexagonus (L.) Miller (az 8 m vysoke kandelabry), Pilosocereus lanuginosus (L.) Byles & Rowley, Cereus repandus (L.) Backeberg, Opuntia wentiana Britton & Rose a velke plochy Aloe vera (L.) Burm.

Pro melokaktusáře nejzajimavejsi je posledni cast tury od El Tirano (Puerto Fermin) po Cabo Negro. Vsechny ty pahorky a kopce na techto poslednich deseti kilometrech jsou zaplaveny nedozirnym morem melokaktusu. Druh Melocactus caesius Wendland zde ma znacnou prevahu.

Napadne jsou zde mohutne stromy Pereskia guamacho Weber se svymi v kvetnu zlatymi korunami a neproniknutelne houstiny Acanthocereus pentagonus (L.) Hummelinck. Jinak na tomto useku roste prevazne Ritterocereus griseus (Haw.) Backeberg, Pilosocereus lanuginosus (L.) Byles & Rowley a Opuntia wentiana Britton & Rose. Strane na Cabo Negro jsou na nekolika mistech tak silne zarostle melokaktusy a semenacky, ze si clovek musi dobre rozmyslet, kam slapnout. Severni svahy Cabo Negro jsou zarostle houstim a nizsimi stromy. Zde muzeme obdivovat ruzne druhy cisternovych bromelii a tillandsii.

Pedro Gonzalez – Cero La Galera – Playa La Galera – Fortín La Galera

26. prosince ´93: Rano v sest me budi tropicky lijak, ktery bubnuje na plechovou strechu restaurantu El Muelle Viejo. Po studene sprse, tepla voda je v hotelu luxus, skladam vyprana a uschla semena. Kratce po sedme opoustim hotel, ktery lezi v malebnem rybarskem pristavu pod Fortin La Galera. Na plazi je rusno, ulovek noci je rychle rozprodan. Obloha zustava zatazena, mraky vysi hluboko do svahu hor. Stoupam na pevnost La Galera, kde rozkvetaji agavy. Svahy pod pevnosti jsou plne Melocactus caesius Wendland a Ritterocereus griseus (Haw.) Backeberg. Destem zmacena krajina a mesto se lesknou v paprscich sem tam mezi mraky prokukujiciho slunce.

Dal me cesta vede zase dolu na Playa La Galera a do stjenojmenne rybarske osady kde u skoro u kazdeho domu zari bile kvetouci frangipani (Plumera spec.). Zde, ted rano, pravy opak k Juangriego, kratce po desti panuje klid.

Jak tak fotim z more se vracejici clun, krici jeden z rybaru, abych pockal a naznacuje velkou rybu. Vezou zraloka, primo na plazi ho vybiraji, vnitrnosti hazi zpatky do more , rychle je trup zbaven hlavy a ploutvi ciste maso vazi jeste 50 kg. Muzi jsou na ulovek pysni a radi se nechavaji fotit. Hlavu ryby si bere domu starec, bude z ni chutna polevka a celisti se zuby si po preparovani odveze turista domu.

Sem tam se zene lijak, zustava ale prijemne teplo, odev jepokazde rychle suchy. Na konci plaze se zveda z more mohutny dvojity vrch Cerro La Galera ktery laka k vystupu. U paty objevuji bohaty vyskyt melokaktusu, prevazne Melocactus caesius Wendland, pomalu mezi rostlinami stoupam. Mezi mraky zacina prokukovat slunce, vanek od more prijemne chladi. Ve skalach pod mensim vrchem fotim bizarne vytrnene mlade melokaktusy. Velky vrch, Cerro la Galera je zarostly akaciemi a lesikem Ritterocereus griseus (Haw.) Backeberg. Cereusy a akazie jsou huste obalene chomaci Tillandsia recurvata … . Tady nahore v trni se clovek muze pohybovat jen jako mys v bludisti. Obloha se mezitim vycistila a slunce umorne pali, coz je citit obzvlaste behem kratkych prestavek vanku. Pohled pres zatoku Pedro Gonzalez na severozapadni prikre pobrezi smerem na Playa Manzanillo a Cabo Negro je jedinecny. Smerem na zapad se rysuje Cerro Macanao, centralni masiv Cerro Copey a obrovska zatoka Juangriego s Playa Juangriego a Playa La Galera. Uprostred lezi na malem vrchu Fortin La Galera, ktereho posadka kdysi strezila zatoku.

Pro Juangriego typicky zapad slunce lze nejlepe pozorovat z Fortin La Galera. Obrovska ruda koule se pomalu ztraci za Cerro Macanao … Kazdovecerne se sem sjizdi tucet turistickych autobusu.

Mimochodem, Mammillaria simplex Haworth, ktera v okoli Juangriego ma rust (Hoyos 1985, str. 297), jsem nenasel.

Ukonceni:

Kaktusy a echevérie z údolí Río Chama

– cesta do venezuelských And

Josef Alfred Wanie

Acanthocereus tetragonus(L.) Humlk.

Cereus hexagonus(L.) Mill.

Hylocereus lemairei(Hook.) Br. & R.

Mammillaria columbianaSD.

Mammillaria mammillaris(Mor.) Karst.

= Mammillaria simplex Haw. mit weißer Blüte

Melocactus schatzlii

Monvillea smithiana(Br. & R.) Backbg.

Nopalea cochenillefera(L.) SD.

Opuntia bisetosaPitt.

Opuntia caribaea

Opuntia depauperataBr. & R.

Opuntia elatiorMill.

Opuntia ficus-indica(L.) Mill.

Pereskia grandiflora

Pe(i)reskia grandifoliaHaw. / Rhodocactus grandifolius (Haw.) Knuth. rosa Blüte

Pe(i)reskia guamachoWeb. / Rhodocactus guamacho (Web.) Knuth. gelbe Blüte

Pilosocereus tillianus

Rhipsalis baccifera

Rhipsalis cassuthaGärtn.

Selenicereus inermis(O.) Br. & R.

(Stenocereus griseus) Ritterocereus griseus (Haw.) Backebg.

Subpilocereus repandus(L.) Backebg.

Kuhreiher (Cattle Egret, Bubulcus ibis, Spanischer Name: Garza boyera): Kuhreiher gehören zu den Vögeln, die auf fast allen Kontinenten heimisch sind. In Europa trifft man sie allerdings nur in Teilen der Iberischen Halbinsel ganzjährig an, in einigen anderen Gebieten, zum Beispiel in Frankreich, sind sie lediglich im Sommer zu finden. Die Körpergröße dieser gedrungen wirkenden Reiher liegt zwischen 48 und 53 Zentimetern, ihre Flügelspannweite variiert zwischen 90 und 96 Zentimetern. Im Schlichtkleid sind Kuhreiher rein weiß gefärbt, das Prachtkleid weist einige orangegelbe Bereiche auf, siehe Foto rechts. Schnabel, Beine und Augen der Kuhreiher sind gelb gefärbt. Die Vögel halten sich bevorzugt in der Nähe von Weidevieh auf, weil sie die von den grasenden Tieren aufgescheuchten Insekten fressen. Auch kleine Frösche werden von den Vögeln nicht verschmäht.

Kolumbien

Freunde ...
Freunde …

Kolumbianischer Splitter

von Josef A. Wanie

Die ersten Kontakte zum Land knüpfte ich zusammen mit meinen Eltern während zweier vierwöchiger Reisen in den Jahren 1978 und 1980. Diese führten uns von Santa Fé de Bogotá via Santiago de Cali nach San Juan de Pasto und von da mit einem kurzen Abstecher nach Quito in Ecuador. Die Erste Reise rundete ein Abstecher nach Leticía am Amazonas ab.

Von den im Lande wachsenden Kakteen (Melokakteen, Mammillarien, Wigginsien, Borzikakteen, Opuntien, Rhipsalis, Hylocereen und Cereen) hatten wir mangels verfügbarer Fachliteratur nur eine vage Vorstellung und so Spielten Zufälle eine entscheidende Rolle.

Und so begeisterten uns am Río Sumapaz zwischen Fusacasugá und Girardot herrliche Hylocereennester in den Baum- und Palmenkronen, Cereen, eine Monvillea Spezies, Rhipsalis cassutha beziehungsweise baccifera in den Bäumen über dem Fluss und verschiedene Opuntien in Blüte.

Im Tal des Río Dagua zwischen den Orten Dagua und Lobo Guerrero waren es dann Melocactus loboguerreroi Cardenás, Opuntia bella Britton & Rose, Opuntia pittierii Britton & Rose, Lemaireocereus humilis Britton & Rose und Cephalocereus colombianus Rose.

In den Felswänden einer tiefen Schlucht bei dem Örtchen Pedregal am Fuße des aktiven Vulkans Galeras, an deren Grund sich die Ríos Guaitará und Bobo vereinen besuchten wir das nördlichste Vorkommen der Gattung Borzicactus mit Borzicactus cutakii Backbg. nomen provisorium.

Auf die Region zwischen San Juan de Pasto und Popayán beziehungsweise Santiago de Cali möchte ich näher eingehen, ist es heute für Ausländer nicht empfehlenswert sie zu betreten nicht einmal auf dem Landweg zu durchreisen.

In den Tälern der die Panamerikana säumenden Bergzüge wird Koka und Schlafmohn angebaut woraus in geheimen Laboratorien Kokain und Heroin gewonnen wird. Beteiligt an allen kriminellen Aktivitäten einschließlich dem häufig vorkommenden Menschenraub sind gewöhnliche Verbrecher sowie die militärisch organisierten und ausgerüsteten linksgerichtete „Guerrilla“ und die rechtsgerichteten „Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens“. Das „harmloseste“, was einem zustoßen kann ist während der Fahrt mit einem Ferntaxi oder -bus auf der Strecke angehalten und ausgeraubt zu werden. Ausländer werden bei solchen Gelegenheiten gern mitgenommen und erst gegen Zahlung eines Lösegeldes wieder freigelassen.

Bei El Remolino am Río Patía - Opuntienwald ...
Bei El Remolino am Río Patía – Opuntienwald …

Zwischen San Juan de Pasto und Popayán durchquert die Panamericana einen Großteil des ariden Tales des Río Patía mit über fünf Meter hohen Kandelabercereen und -opuntien. Ein bis heute nicht genauer bestimmter Cereus fiel uns mit seiner türkiesblauen Epidermis, im Neutrieb langen goldgelben Dornen und leuchtendweissem Cephalium auf.

Vermutlich noch unbeschriebener Cereus vom Río Patía ...
Unbeschriebener Cereus vom Río Patía …

Der Hinweis des Taxifahrers „Seid vorsichtig, hier leben schlechte Menschen“ ließ den Aufenthalt kurz ausfallen. Trotzdem reichte die Zeit für ein paar schöne Schnappschüsse – leider hatte ich Pech mit falsch konfektioniertem Filmmaterial – daher der starke Blaustich und die Überbelichtung.

Eine Begegnung besonderer Art, die ich bis heute nicht zu deuten weiss, erscheint mir erwähnenswert. Vertieft in das Studium der niederen Vegetation bemerke ich nicht, dass sich mir von einer auf einem Hügel liegenden Finca ein Individuum nähert. Höflich fordert mich der Landarbeiter auf: „Kommen Sie bitte mit, der Patrón möchte Sie kennenlernen.“ Am Tisch unter einem Vordach erwarten mich gleich fünf lässig gepflegt gekleidete Herren mittleren Alters, jeder mit einer großkalibrigen Smith & Wesson im Gürtel. Nach der ersten Schrecksekunde heißt es ‚Die Nerven behalten‘, ich stelle mich vor und nenne meinen Grund des Hierseins. Es folgt eine Entschuldigung, falls ich privates Eigentum unerlaubt betreten habe. Letzteres übergehen die Herren mit der Bemerkung, es wären hier nirgendwo Zäune gezogen und man bittet mich freundlich Platz zu nehmen und ein eisgekühltes gezuckertes Zitronenwasser mit ihnen zu trinken. So richtig vorstellen will sich keiner von ihnen, sie nennen nur ihre Vornamen, was ungewöhnlich ist und fragen um so intensiver mich aus. Aus dem Gespräch schließe ich, dass alle fünf Deutschland sehr gut kennen, vermutlich sogar bereist haben. Meine Frage zum Abschied „Stimmt es denn, dass in der Gegend schlechte Menschen wohnen?“ beantworten sie vielsagend: „Uns sin noch keine begegnet“ und sehen sich dabei vielsagend an. Mit einem freundlichen Schulterklopfen und dem Rat „Pass auf Dich und Deine Eltern gut auf, Gringo“, verabschieden sie sich und brausen mit einem Landrover davon. Die verrutschte Abdeckplane gab den Blick frei auf Holzkisten mit Gewehrmunition des Kalibers 7.62 mm.

Bodega Central - Kolonialwaren und Restaurant
Bodega Central von El Remolino – Kolonialwaren und Restaurant …

Kolumbien

Auf der Suche nach Wigginsia in der Umgebung von Sogamoso

– Wanderungen im Tal des Río Chicamocha zwischen Sogamoso und Paz del Río

Rund fünftausend Kilometer entfernt vom eigentlichen Vorkommen der Gattung Wigginsia in Paraguay soll es nördlich von Santa Fé de Bogotá in der Nähe der Stadt Sogamoso eine Population der Art geben1. Diese Angabe zu bestätigen ist für den Autor eine Herausforderung, deren Meistern im weiteren beschrieben werden soll.

Bekannter als der Wigginsiastandort Sogamoso ist das erst in der neueren Zeit entdeckte und von den Forschern des botanischen Gartens2 der Hauptstadt betreute Wigginsienvorkommen auf dem Gelände der Kampfstierzucht Hacienda Mondoñedo bei Mosquera vor den Toren Bogotás3. Beide Standorte wurden den Lesern bereits vorgestellt4.

Wir, das heißt mein Fahrer Germán und ich verlassenen Bogotá an einem Sonntag in der Morgendämmerung. Die Stadt schläft noch und so kommen wir über die leere Stadtautobahn zügig voran. Herrscht kein Verkehr, wird die Kreuzung auch bei Rot überquert. Rasch erreichen wir die Autopista Norte, die Schnellstraße in Richtung Norden. Den Weg säumten saftige grüne Weiden mit prächtigen grasenden Rindern, vereinzelt sind Kartoffelfelder zu sehen, links und rechts schließen den Horizont zer-klüftete Bergketten ab. Die Dörfer entlang der Straße erwachen langsam, die Händler bauten ihre Kioske auf, Gaskocher werden angeworfen, man bereiteten sie für das Tagesgeschäft vor. Am Sonntag heißt es raus aus Bogotá, es zieht einen Teil der Massen in Richtung malerischer Norden zu einem Tagesausflug. Die anderen fahren entweder nach Zipaquirá die Stadt mit der unterirdischen Salzkathedrale5 oder in´s warme Land nach Melgar6 am Río Sumapaz zum Baden.

Ein Muss für jeden Touristen auf der Strecke ist das Schlachtfeld „Puente de Boyacá“ nahe der gleichnamigen Ortschaft. Hier schlug Simon Bolívar mit seinem Volksbefreiungsheer am 07. August 1819 die Truppen der spanischen Krone vernichtend und beendete damit endgültig die Kolonialherrschaft des Mutterlandes.

Ein kurzer Abstecher führt uns in das Vorzeigedorf Villa de Leyva, das vollkommen im Kolonialstil gehalten ist, selbst Straßen und Gassen sind wie früher üblich mit unbearbeiteten Steinen gepflastert. Ganze zehn Kilometer von Villa de Leyva entfernt liegt das xerophytisch bewachsene Desierto de La Candelaria mit dem Kloster Convento La Candelaria. Hier finden wir eine Melocactus spez. zusammen mit strohweiß und strohgolden bedornten Mammillaria spez..

Die alte Provinzhauptstadt Tunja ist ebenfalls eine Pause wert. Der zentrale Platz vor der Kathedrale und dem Gebäude der Provinzregierung ist im Kolonialstil gehalten. Das geschäftige bunte Treiben der Menschen unterstreicht die ganze Schönheit.

Nach 220 km und fünf Stunden erreichen wir endlich unser Ziel. Welch eine Enttäuschung, Sogamoso liegt in einem riesigen von Bergketten umge-benen Kessel. Nichts historisches, nichts schönes ist auszumachen. An den Stadträndern steigen und stinken dichte weiße, rote, gelbe und lila Rauch-schwaden zum Himmel. Es kommt ein Unwohlgefühl bei dem Gedanken auf, hier die nächsten Wochen verbringen zu müssen. Das Hotel liegt zum Glück auf dem zentralen Platz neben der Kathedrale, dem schönsten und aufgeräumtesten Teil der ansonsten eher schäbigen Industriestadt.

Die Orientierung fällt schwer, wo mit dem Suchen anfangen. Es ist fast selbstverständlich, dass der Autor am falschen Ende beginnt. Die 52 km² große Laguna de Tota liegt in einem weiten grünen Kessel auf einer Meereshöhe von 3.015 m. Das am südwestlichen Ufer liegende malerische Städtchen Aquitania liegt inmitten eines riesigen Zwiebelanbaugebietes. Es ist die „Hauptstadt“ des kolumbianischen Zwiebelanbaus. Nach tagelangen Wanderungen findet der Autor in einer Felsgruppe unterhalb der Ortschaft xxx lediglich eine kleine Population goldgelb bedornter Mammillaria colombiana xxx.

Abgeschnitten von jedweder Informationsquelle fällt die Entscheidung auf den Bus nach Paz del Río etwa 70 km nordöstlich Sogamoso gelegen. Der Hässlichkeit der Vororte setzt das am Stadtrand in den fünfziger Jahren als Prestigeobjekt erbaute Stahlwerk „Acerías Paz del Río“ mit seinen dichten bunten Rauchschwaden die Krone auf. Das Stahlwerk und die erst in den dreißiger Jahren gegründete Bergmannsstadt Paz del Río verbindet eine Schmalspureisenbahnstrecke, die entlang des Río Chicamocha führt. Die Züge versorgen das Werk mit Eisenerz und Steinkohle. Ab hier verläuft die Straße entlang des Río Chicamocha, die Hänge sind zuerst bewaldet, direkt oberhalb der Straße sind die steileren Felswände mit niedrigem Strauchwerk, Agaven, Bromelien und Opuntien bewachsen. Das gegenüberliegende Nordostufer fällt von Anfang an durch seinen lichten xerophytischen Bewuchs auf. Nach etwa zwanzig Kilometern erreicht der Bus den Weiler Puente Reyes. Auf dem gegenüberliegenden Ufer befindet sich die alte Eisenbahnstation Gonzanamá7. Hier nehmen beide Ufer des Río Chicamocha xerophytischen Charakter an. Grün sind nur die mit dem vom Stahlwerk hochkontaminiertem Wasser des Chicamocha künstlich beregneten Zwiebelfelder. Auf meine die Wasserqualität betreffende Frage antwortet mir ein Bauer: „Was soll ich machen, hier gibt es kein anderes Wasser.“ Erst nach weiteren fünf Kilometern hinter der Ortschaft Corrales hört der xerophytische Bewuchs auf, das Grün gewinnt die Oberhand, aus der befestigten Straße wird eine Erdstraße. Diese folgt im weiteren Verlauf teilweise dem Flussufer, teilweise führt sie hoch im steilen Hang über dem Chicamocha. In Ermangelung von Brücken führt die Straße teilweise entlang der Hänge tief in Nebentäler. Etwa 15 km vor dem Ziel durchfährt der Bus die Ortschaft Tasco, in deren Umgebung eine Cereenart und verschiedene Echeverien wachsen. Nach einer weiteren halbenl Sktunden ist es soweit. Tief unterhalb der Straße taucht unerwartet das Ziel, das Städtchen Paz del Río auf. Kilometer weiter verschwindet der Río Chicamocha zwischen kahlen steilen Berghängen – als ob sich dort irgendwo das Ende der Welt befände.

Typisch für Paz del Río ist der große Verladebahnhof für Eisenerz und Kohle. Letztere wird mit LKW aus den Bergen gebracht, wo die Einheimischen primitive Stollen in die Berge treiben und mit Spitzhacke und Schubkarre Anthrazitkohle fördern, das Eisenerz wird direkt oberhalb von Paz del Río mit modernerer Technik aus dem Berg geholt und mit Hilfe einer Seilbahn zu Tal gebracht. Schönes hat die Stadt nichts zu bieten.

Am Abend geht es dann zurück. Nicht mit dem Bus, sondern per Freifahrt zusammen mit Einheimischen außen auf der dieselmotorgetriebenen Lokomotive eines vollbeladenen Erzzuges. Besser kann man die Vegetation entlang des Flusses nicht kennenlernen, denn der Zug fährt auf der holprigen kurvenreichen Strecke recht langsam. Bei der Ankunft im Stahlwerk von Belén ist es schon dunkel, mit dem Bus geht es weiter in die Stadt.

Es bedarf noch einen Tag intensiver Suche in den Hängen oberhalb des Río Chicamocha zwischen Corrales und Puente Reyes bis der Autor in der Abenddämmerung oberhalb der Bahnstation Gonzanamá fast über ein ausgewachsenen Prachtexemplar von Wigginsia spez. stolpert. Die Freude ist unvorstellbar. Und ist mal eine Pflanze gefunden, folgen schnell mehrere Dutzend weitere. Die Situation macht den Autor jedoch stutzig, wächst das erste kugelförmige Exemplar überirdisch, lugen von allen anderen Pflanzen nur die grünen bis rotbraunen Scheitel aus der Erde. Für weitere Tarnung sorgt ein dichter Bewuchs von einer Art Spagnum. Nur ein paar Meter weiter im Schatten eines ausladenden Strauches sind dickknospige Exemplare zu sehen.

Die folgende Nacht wird unruhig, der Gedanke an den Fund lässt den Autor kein Auge zuzumachen. Der nächste Tag bringt den Durchbruch. Die größte Überraschung ist jedoch, dass das am Vortag entdeckte Vorkommen nur wenige Quadratmeter groß ist. In den nächsten Tagen entdeckt der Autor zwischen Puente Reyes und Corrales jedoch noch ein halbes Dutzend solchen Minipopulationen von Wigginsia. Jeden Nachmittag blüht in der heißen Sonne das eine oder andere Exemplar.

Von Corrales führt ein Feldweg parallel zum Río Chicamocha nach Sogamoso, beziehungsweise genauer, in den Vorort Belén am Stahlwerk. Teilweise trennen mehr oder weniger steile Hügel den Weg vom Fluss ab. Den unscheinbaren Weg zwischen Feldern säumen zuerst nur Agaven, dann verfällt am Wegesrand über einer etwa 1,5 m hohen Böschung eine Steinmauer. Die Böschung und die Steinmauertrümmer sind auf einer Länge von etwa einhundert Metern voller herrlicher oberirdisch wachsender Wigginsien. Nach etwa 2 km durchquert man ein Eukalyptuswäldchen. Auf einer Lichtung, das Gras ist von der Trockenheit und Sonne braun, steht ein verfallener Brennofen. Das Gelände diese ehemalige Ziegelbrennerei birgt einen Schatz in Form vieler Dutzend eingegraben wachsender Wigginsien. Nur die flachen bis 12 cm im Durchmesser messenden Scheitel gucken ebenerdig aus dem Boden. Das letzte Vorkommen findet der Autor einen Kilometer weiter des Weges im Gras oberhalb eines Baches.

Wie groß ist das Vorkommen von Wigginsia im Raum Puente Real – Corrales Wirklich? Diese Frage kann der Autor nicht beantworten.

Häufig begegnet man am Standort auch einer dichtbedornte Melocactus spez. mit leuchtend rotbraunem Cephalium und der goldgelb bedornten Form von Mammillaria colombiana xxx.

Leider frisst der Zwiebelanbau immer mehr vom Standort der seltenen Kaktee. Sie kann nur in extremem unnutzbarem Gelände überleben, wohin sie sich aber erst zurückziehen muss, was teilweise schon geschehen ist. Ansonsten ist das Aus der Art abzusehen. Oder sie wird bald das Schicksal von Frailea colombiana xxx teilen, die in den dreißiger Jahren bei Dagua in der Nähe von Santiago de Cali entdeckt, und bis heute nicht wiedergefunden wurde8. Vermutlich wurde sie durch Rodungsarbeiten und Erdrutsche ausgerottet, bevor jemand loszog sie wiederzufinden.

Der Autor kann sich gut vorstellen, dass im Abschnitt des Río Chicamocha zwischen Sogamoso und Paz del Río noch so manche „sukkulente Überraschung“ auf ihre Entdeckung wartet. Alleine im Bereich der Eisenerzminen entlang der Straße von Paz del Río nach Belén sind die Felsen dicht mit einer kleinbleibenden Echeveria spez. bewachsen.

Zwischen Corrales und Paz del Río ist häufig eine maximal zwei Meter hoher dichtbedornte Cereus spez. zu beobachten, die Straßenränder in Richtung Paz del Río sind teilweise voller einer Echeveria spez., deren fünfundzwanzig Zentimeter im Durchmesser messenden Rosetten auf bis zu 80 cm hohen Stämmchen wachsen, die bis zu sechzig Zentimetern langen Blütenstände sind voller leuchtend orange roter Glöckchen. Opuntia spez., teilweise mächtige Opuntien-Bäume sind im gesamten Talabschnitt allgegenwärtig.

Fehlende Bilder: Laguna de Tota / Aquitania
Erzzung am Chicamocha von oben